Manchmal scheint der gesunde Menschenverstand nicht so selbstverständlich zu sein. In einem zunehmend digitalen Zeitalter ist es wichtig, dass Menschen sich ihre eigene Meinung bilden und Probleme anhand der ihnen zur Verfügung stehenden Fakten lösen können – auch als kritisches Denken bekannt.
Wenn jeder in Ihrem Team kritisch denken kann, verbessert dies wahrscheinlich die Zusammenarbeit, Probleme werden schneller gelöst und es werden bessere Entscheidungen getroffen. Gesunder Menschenverstand ist nicht wirklich etwas, das man lernen kann, kritisches Denken hingegen schon. Unternehmensleiter und kluge Manager werden beobachten, dass es sich immer lohnt, in die Verbesserung des kritischen Denkens zu investieren. Hier kommen einige unserer beliebtesten Übungen zum kritischen Denken, die Ihren Mitarbeitern helfen werden, ihre kognitiven Fähigkeiten zu verbessern.
10 Übungen zum kritischen Denken für Arbeitsteams
Was sind überhaupt Übungen zum kritischen Denken? Einfach ausgedrückt handelt es sich dabei um Aktivitäten, die Menschen dabei helfen sollen, ihre Denkleistung zu steigern und zu trainieren. Seine Fähigkeiten zum kritischen Denken zu verbessern kann für verschiedene Dinge hilfreich sein, sowohl im Privatleben als auch im Berufsleben. Insbesondere im Berufsleben hilft kritisches Denken dabei, Daten zu interpretieren oder zu analysieren, Probleme zu lösen oder abstrakte Ideen zu verfolgen – und im Allgemeinen intelligenter und nicht härter zu arbeiten.
Wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihre Teammitglieder in diesen Bereichen mehr Unterstützung gebrauchen könnte, warum bringen Sie sie dann nicht zu einer unterhaltsamen und spannenden Übung zum kritischen Denken zusammen?
1. Erkläre das Problem
Sie können kein Problem lösen, das Sie nicht vollständig verstanden haben. Dies ist häufig der Grund, warum vorgeschlagene Lösungen in der Realität nicht funktionieren – sie gehen nicht auf das eigentliche Problem ein. Probieren Sie diese Aktivität mit Ihren Teammitgliedern, um auf diese Thematik einzugehen. Überlegen Sie sich ein Problem, das sie lösen sollen. Es kann sich um ein allgemeines "Was wäre wenn"-Szenario oder eine spezifische Fallstudie mit einem echten Kunden handeln. Wenn es ein Problem gibt, mit dem Sie alle schon seit einiger Zeit konfrontiert sind, können Sie hier ansetzen. Versuchen Sie einer Person das Problem so klar wie möglich zu erklären, und lassen Sie sie dann ebenfalls versuchen, es der Gruppe zu erklären. Hat die Person die richtigen Informationen erfasst? Hat sie klar verstanden, worum es geht? Lassen Sie dann die nächste Person das Problem weitererzählen. Das Ziel ist nicht, ein Stille-Post-Spiel entstehen zu lassen, sondern zu sehen, ob jede Person das Problem wirklich so gut verstanden hat, dass sie es jemand anderem erklären kann. Diese Übung ist nicht nur für das kritische Denken, sondern auch für Kommunikationsfähigkeiten und allgemeine Problemlösung großartig. Wer weiß, vielleicht haben Sie am Ende der Sitzung ja die Lösung für ein Problem, das Sie geplagt hat!
2. Sich rückwärts vorarbeiten
Es gibt am Arbeitsplatz kaum etwas frustrierenderes, als lange an einem Problem zu arbeiten, ohne zu einer Lösung zu kommen. Oft geraten Menschen in eine Art mentale Blockade, wenn sie eine Zeit lang an einer bestimmten Herausforderung gearbeitet haben, ohne große Fortschritte zu erzielen. Verwenden Sie in diesen Fällen diese Übung, um alle dazu zu bringen, einen anderen Blick auf die Dinge zu bekommen. Eine neue Perspektive könnte genau das sein, was alle brauchen. Anstatt sich Ihre bisherige Arbeit und Ihre gesammelten Informationen durch den Kopf gehen zu lassen, betrachten Sie als erstes einfach das Endergebnis, das Sie erreichen möchten. Wenn Sie beispielsweise versucht haben, Ihre Vertriebsmitarbeiter dazu zu bringen, ein neues CRM-System einzuführen, sie dieses aber nicht anwenden, dann halten Sie kurz inne und überlegen Sie, worum es eigentlich geht. Warum möchten Sie, dass Ihre Mitarbeiter dieses CRM-System anwenden? Was wollen Sie damit erreichen? Wahrscheinlich werden Sie zu dem Schluss kommen, dass Sie ein System mit genauen und übersichtlichen Kundendaten möchten. Sobald Sie wissen, worum es eigentlich geht, können Sie anfangen, über andere Wege nachzudenken, um Ihr Ziel zu erreichen. Vielleicht ist das neue CRM-System auch überhaupt nicht das Problem. Vielleicht gibt es auch einen anderen Grund, warum Ihr Vertriebsteam es nicht nutzt. Der Punkt ist: Hören Sie auf, weiter über Dinge zu grübeln, über die Sie bereits lange nachgedacht haben. Gehen Sie von Ihrem Zielzustand aus, und arbeiten Sie sich rückwärts vor, um zu sehen, welche neuen Szenarien für Sie noch möglich wären.
3. Erstellen Sie eine Mindmap
Visuelle Hilfsmittel können wirkungsvolle Tools sein, wenn Sie sich neuen Herausforderungen stellen oder Dinge aus einer neuen Perspektive betrachten möchten. Eine einfache Möglichkeit hierfür ist es, eine Mindmap zu zeichnen, die verschiedene Endergebnisse basierend auf verschiedenen Szenarien oder Argumenten aufzeigt. Im Prinzip handelt es sich dabei um ein großes "Wenn so und so, dann so und so“-Szenario, das Ihnen visuell verdeutlicht, was basierend auf verschiedenen Optionen möglicherweise passieren könnte. Nehmen wir beispielsweise an, Sie versuchen herauszufinden, ob es sich lohnt, einen schwierigen Kunden zu behalten. Zeichnen Sie ein paar verschiedene Szenarien auf, wie z. B. "Nein, wir lassen ihn gehen", "Ja, wir behalten ihn", oder "Wir kümmern uns nur noch in begrenztem Umfang um ihn", etc. Gehen Sie bei allen Szenarien auf die möglichen Resultate ein, und darauf, was diese bedeuten würden. Am besten können Sie dies auf einem echten oder digitalen Whiteboard machen, manche Leute verwenden auch gerne mehrere Haftnotizen, die umgehängt und an die gewünschte Stelle platziert werden können. Diese Idee macht es Ihnen nicht nur leichter, alle Ihre Optionen zu überblicken, sondern sie werden so auch einige Auswirkungen berücksichtigen, an die Sie vielleicht gar nicht gedacht hätten. Außerdem bekommen Ihre Teammitglieder so eine großartige visuelle Darstellung, auf die sie bei Diskussionen zurückgreifen können.
4. Lesen – und noch mehr lesen
Obwohl diese Idee sehr einfach und überhaupt nicht wie eine "Übung" erscheint, ist sie für praktisch alle Teammitglieder ein guter Ratschlag. Denn durch das Lesen verschiedener Materialien kommen alle mit neuen Ideen, neuen Konzepten und neuen Perspektiven in Berührung. Außerdem ist es eine effektive Methode, um sicherzustellen, dass das Gedächtnis jeden Tag zumindest etwas Training bekommt. Alle Arten von Lektüre sind hier geeignet, von der morgendlichen Zeitung bis hin zu einem tiefergehenden historischen Roman. Wählen Sie als Lesematerial etwas aus, das Sie als besonders hilfreich erachten, zusammen mit etwas, das Bezug zu Ihrer Branche oder Ihrem Fachgebiet hat, und legen Sie es im dafür vorgesehenen Bereich in Ihrem Büro aus. Sie könnten auch darüber nachdenken, ein monatliches Buchclub-Treffen oder sogar ein Gruppen-Message Board einzurichten, an dem die Leute Bewertungen hinterlassen, Fragen stellen und allgemein über das Lesematerial diskutieren können. Wenn Sie noch einen Schritt weitergehen möchten, dann könnten Sie auch eine Lese-Challenge starten, bei der die Leute Punkte und Preise für die Zeit erhalten, die Sie mit Lesen verbracht haben.
5. Starten Sie eine Debatte
Viele Leute lieben Debattierwettbewerbe – und selbst diejenigen, denen sie nicht ganz so viel Spaß machen, können davon profitieren. Teilen Sie Ihre Teammitglieder in zwei Gruppen auf und geben Sie ein Diskussionsthema vor. Wir empfehlen, besonders sensible Themen wie Politik oder brisante kulturelle Themen zu vermeiden. Idealerweise ist es ein Thema, das für beide Gruppen neu ist, damit niemand einen unfairen Vorteil hat. Geben Sie den Gruppenmitgliedern Zeit, um zu recherchieren und ihre Gedanken zu ordnen, und starten Sie dann eine faire Diskussion. Es ist eine großartige Übung, um strukturierter zu argumentieren und eine Vielzahl von Informationen einzuordnen. Wir empfehlen, besonders sensible Themen wie Politik oder brisante kulturelle Themen zu vermeiden.
6. Beschäftigen Sie sich mit logischen Fehlschlüssen
Im Bereich der formalen Logik haben Experten mehrere häufige Trugschlüsse identifiziert, die bei Argumentationen immer wieder auftreten. Wenn Sie sich über diese bewusst werden und sie aus Argumenten herausfiltern können, haben Sie viel bessere Voraussetzungen, um ein Problem kritisch zu durchdenken. Sie können sie in Gesprächen oder sogar in Ihren eigenen Gedankengängen wiederfinden, was in intensiven Diskussionen sehr wertvoll sein kann. Sie könnten einen Workshop oder eine Lunch and Learn-Session einplanen, bei der Sie im Detail auf das Thema eingehen, und anschließend ein Quiz oder eine spannende Aktivität durchführen, bei der den Leuten Argumente präsentiert werden und sie die Trugschlüsse identifizieren müssen.
Hier wären die häufigsten logischen Fehlschlüsse:
- Argumentum ad hominem: Wenn eine Position aufgrund des persönlichen Charakters oder anderer persönlicher Dinge und nicht aufgrund der inhaltlichen Argumentation angegriffen wird.
- Non sequitur: Wenn die Schlussfolgerung eines Arguments nicht logisch aus der Ausgangsthese hervorgeht.
- Slippery-Slope-Argument: Bei diesem logischen Fehlschluss behauptet jemand, dass eine Kette von Ereignissen zwangsläufig eintreten wird, wenn er die Argumentation seines Gegenredners aufnimmt.
- Motte-and-Bailey-Argument: Dies bedeutet, dass ein Debattierer eine umstrittene Position verteidigt, indem er die Ausgangsthese absichtlich mit einer ähnlichen, aber weniger umstrittenen Behauptung verwechselt.
- Argumentum ad verecundiam: Dazu kommt es häufig, wenn eine Person die Stimmigkeit ihrer Argumentation allein durch das Zitieren einer Aussage einer autoritären Persönlichkeit beweisen möchte.
- Petitio Principii: Hierbei handelt es sich um einen häufig vorkommenden logischen Fehlschluss, bei dem eine Person die Schlussfolgerung ihrer Argumentation aus Ihrer Grundannahme ableitet.
7. Übung zum Schlussfolgerungen ziehen
Wir alle ziehen im Unterbewusstsein als Teil des menschlichen Entscheidungsprozesses ganz natürlich Schlussfolgerungen, und es kann sehr hilfreich sein, zu verstehen, wie wir dies tun. Sprechen Sie zunächst über ein gängiges Szenario und schreiben Sie dann die Annahmen auf, die gewissen Schlussfolgerungen zu Grunde liegen könnten. Was könnte es z. B. bedeuten, wenn man bei einer Networking-Veranstaltung jemanden entdeckt, zu dem man beruflich Kontakt hat, er sich aber abwendet, sobald er einen sieht? Unser Gehirn beginnt sofort, Dinge daraus abzuleiten, wie etwa "Er ist sauer auf meine Firma" oder "Er mag mich nicht". Lassen Sie Ihre Teammitglieder mögliche Gründe für die Verhaltensweise sammeln, und gehen Sie dann auf andere Gründe ein, auf die sie nicht sofort gekommen sind. Es ist eine großartige Übung, um den Leuten dabei zu helfen, alltägliche Situationen kritisch zu durchdenken, anstatt sich immer von seinem ersten Gedanken verleiten zu lassen. Weitere Problemlösungs- und Teambuilding-Knobelspiele finden Sie in unserem Blog.
8. Die „Fünf-Warum“-Methode
Es handelt sich um eine Analyse-Methode, die Menschen dabei helfen kann, die Ursache von Problemen herauszufinden. Der Grundgedanke dabei ist, bei Auftreten eines Problems immer weiter nach dem "Warum?" zu fragen, um die Grundursache zu ermitteln. Manchmal muss man sich dann eine Kette an Fragen stellen; Machen Sie einfach weiter. Das lehrreichste daran, um das kritische Denken zu üben, ist das wiederholte Fragen nach dem "Warum?", um die tieferen Probleme aufzudecken, die sich hinter einer Situation verbergen. Hier ein einfaches Beispiel: Der Computer stürzt ständig ab. Warum? Weil der Arbeitsspeicher des Computers nicht ausreicht. Warum? Weil ich zu viele Programme gleichzeitig laufen habe. Warum? Weil ich versuche, mehrere Dinge gleichzeitig zu tun. Warum? Usw. Überlegen Sie sich einige Szenarien und gehen Sie mit Ihren Teammitgliedern als Übung einige davon durch.
9. Gegenargumentationen finden
Diese Art von kritischem Denken kann in fast jeder Situation angewendet werden, und es geht darum, den Spielverderber zu spielen. Versuchen Sie immer die entgegengesetzte Ansicht zum allgemeinen Konsens zu einem Thema zu vertreten. Dies hilft Ihnen, auch andere Optionen als die, die Ihnen als erstes in den Sinn kommen, in Betracht zu ziehen und darüber nachzudenken. Wenn Sie beispielsweise über die Einführung einer neuen Produktlinie nachdenken, dann beginnen Sie damit, alle Gründe aufzuzählen, warum dies eine schlechte Idee sein könnte (begrenzte Ressourcen, zu teuer, etc.). Erst wenn Sie sich über die potenziellen Nachteile voll im Klaren sind, können Sie die Vor- und Nachteile einer solchen Entscheidung richtig abwägen.
10. Meinung vs. Fakten
In unserer heutigen digitalen Welt kommt es immer häufiger vor, dass Meinungen mit Fakten verwechselt werden. Sensationslüsterne Nachrichtenartikel und Clickbait-Schlagzeilen tragen maßgeblich zu diesem Problem bei. Es ist wichtig, dass Ihre Teammitglieder Fakten von Meinungen unterscheiden können – sowohl privat als auch im Berufsleben. Lassen Sie sie diese Fähigkeit üben, indem Sie gemeinsam einen Artikel lesen oder Nachrichten hören und sie dann bei jeder Aussage entscheiden lassen, ob es sich um eine Meinung oder eine Tatsache handelt. Zum Beispiel: "Der DOW hat am Freitag den und den Wert erreicht" ist eine Tatsache, während "Dieser Markt bietet großartiges Potenzial für Aktionäre" eine Meinung ist. Sie können sogar Kopien eines Artikels anfertigen und jeden Textmarker in verschiedenen Farben verwenden lassen, um hervorzuheben, was Fakten und was Meinungen sind.
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Machen Sie kritisches Denken zu einem Bestandteil Ihrer Team-Retreats
Ein gutes Teambuilding-Retreat besteht aus einer gelungenen Kombination aus Spaß, Lernen und Kompetenzaufbau. Diese Übungen zum kritischen Denken können zusammen mit Teambuilding- oder Führungs-Aktivitäten oder Ideenfindungstechniken für Teams einen großen Beitrag dazu leisten, Ihr bestmögliches Team aufzubauen. Eine Reihe unterhaltsamer und spannender Aktivitäten, die Ihren Mitarbeitern helfen, sich untereinander und ihr Unternehmen besser kennenzulernen, sind hier ideal.
Wenn Sie nicht sicher sind, wie Sie ein effektives Programm zusammenstellen können, dann wenden Sie sich an Surf Office. Wir helfen Unternehmen jeder Größe dabei, unvergessliche Firmen-Retreats zu organisieren, auf die sich ihre Mitarbeiter jedes Jahr freuen.

















